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Zahnarzt in Kanasin

  • Autorenbild: Heiko Hellwig
    Heiko Hellwig
  • 7. Nov. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Am Freitag passierte es: ein dickes Inlay am hintersten Backenzahn fiel raus.

Ramiro bestellte ein Taxi, der maskierte Fahrer fuhr mich in den nächsten Ort: Kanasi



Unterwegs am Strassenrand warteten hunderte von maskierten Menschen jeden Alters in der prallen Sonne - wie der Fahrer mir stolz mitteilte, warteten sie auf ihre freiwillige, kostenlose vierte Impfung im Impfzentrum der Schule. Hier ist man noch immer sehr vorsichtig, die meisten tragen freiwillig Masken, auch alleine in der Sonne, auf dem Tuctuc, Fahrrad, im Auto oder alleine in der prallen Sonne.

Man sieht überall Desinfektionsmittel und auf jedem Tresen Fieberthermometer. Sicherheit und Hygiene haben auch hier Vorrang.


Kanasin träumte in der Nachmittagshitze vor sich hin, der Zahnarzt öffnete erst um 17:00 und so hatte ich fast zwei Stunden Zeit, mich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen und den Ort zu erkunden. Mein erster Ausflug alleine in Mexiko!

Denkmäler für die Helden von Kanasin


Und überall - auch in Kanasin - gibt es an jeder Ecke Cellphones auf Kredit. Frische Früchte muss man suchen.

Regal im Laden einer Heilerin und Kräuterhändlerin, die auch Zauberrituale in Auftrag nimmt. Auch solche, die Rivallinen vernichten. Ob diese Figuren dafür verwendet werden stand nirgendwo, aber irgendwie inspirierend wirken sie schon, wie ich finde.

Die noch verschlossene Zahnarztpraxis.

Bevor man die Praxis betritt, muss man Hände und Füße desinfizieren. Zum Zähneputzen wird man nicht aufgefordert, das scheint hier gesamthygienisch eher unwichtig Schließlich war es 17:00 und der Zahnarzt, ein großer, dicker, freundlicher Mann mit beeindruckenden Wurstfingern, kam in einem alten Pickup angefahren. Das Stahltor wurde geöffnet und man durfte das Warteuzimmer betreten. Die nette Mayafrau neben mir schien Schmerzen zu haben und Angst. Ich hoffte, dass er mein Inlay wieder reinkleben könne und wartete ab. Der übliche Dreck, an den Wänden abgeplatzte Farbe, wacklige Stühle, nichts wirkte besonders hygienisch, aber Hände und Füße waren ja keimfrei.



Mutmachendes Bild an der Decke

Nach einer halben Stunde war ich dran. Durfte ich das Consultorio betreten, der nette Zahnarzt trug eine abgefledderte türkise Maske Maske und augenscheinlich schon mehrfach getragene hellblaue Gummihandschuhe, in denen seine dicken Finger wohlbehalten eingewurstet waren. Hinter der Maske ein freundliches Lächeln und Willkommen, ich zeigte mein Inlay, durfte in dem ollen Stuhl Platz nehmen und den Mund Weeeiit öffnen.


Zum Glück ist nur ein Inlay rausgefallen...

Repräsentative Zahnarzt- Lampe


Er wurschtelte in meinem Mund herum, ich würgte, verschluckte fast das Inlay, aber nach einigen Versuchen hatte er’s raus und wies den Assistenten (von dem nicht zu sagen war, wann er zum letzten Mal seine Kleidung und sein Haar gewaschen hatte noch wie oft er die Atemschutzmaske schon benutzt hatte….) an, den Kleber zu bringen. Ein Schwung gummiartiger Plastikleber, das Inlay reingepfriemelt, ich auf einen ollen Wattebausch gebissen und ein paar Minuten gewartet. Die Reste des Klebers blieben großzügig an den Zahnrändern und am Zahn. Die Zähne werden ja eh wieder dreckig, oder? Aber eine Stunde nichts essen und trinken!



ich durfte alles fotografieren. Da ich leider nur mein Handy dabeihatte, es recht dunkel war und ich doch noch gewisse Schamgrenzen habe, sind die Bilder nicht sehr detailgetreu.


200 Pesos (10€) Bezahlung und schon durfte ich wieder raus.


Und nun mit einem Tuctuc Taxi zurück... leider wurde das Video nicht geladen.


Besser die Sache nochmal ordentlich machen lassen, doch zum Glück ist das Inlay erstmal wieder drin.




 
 
 

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